Gruppe T2: Strukturgenerator, MCI-Praktikum ss2004

Prof.Dr. H. Klocke


Strukturgenerator

Ausgangssituation

Eine Vielzahl von gängigen Produkten im Finanzmarkt wird aus elementaren Bausteinen zusammengesetzt. Dies erschwert dem Anleger die Bewertung und die Risikoanalyse. Institutionelle Anleger haben Probleme mit Ihrem externen Reporting (Meldewesen) und der Rechnungslegung.

Ziel

Ziel ist es, hybride Produkte aus elementaren Derivaten zusammenzusetzen und die Auszahlungsfunktion zu visualisieren. Umgekehrt sollte aus einer eingegebenen Auszahlungsfunktion die Analyse in die elementaren Komponenten erfolgen. Die visualisierte Auszahlungsfunktion sollte interaktiv sein (z. B. bei Spread- oder Prämienänderungen)

Vorgaben

Allgemeines

Elementare Derivate sind zum Beispiel Kaufoptionen (Call) und Verkaufoptionen (Put).

Eine Option ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, welche ein Recht und eine Verpflichtung verbrieft. Da der Inhaber des Rechts in der Zukunft unabhängig über die Ausübung entscheiden kann, spricht man hier auch von bedingten Termingeschäften.

Zum Erwerb des Rechts zahlt der spätere Rechteinhaber dem durch die Verbriefung Verpflichtetem eine Prämie.

Beispiel

Die Sparkasse Gummersbach verkauft Herrn Klocke eine Kaufoption auf die Aktie der Siemens AG mit der Fälligkeit 17.09.2004 und dem Basispreis 66 Euro. Dafür zahlt Herr Klocke der Sparkasse Gummersbach eine Prämie von 3 Euro.

Herr Klocke ist jetzt der Rechteinhaber aus einer Kaufoption und durch diese Vereinbarung berechtigt, am Fälligkeitstag (hier: 17.09.2004) eine Aktie der Siemens AG zum festgelegten Basispreis (hier: 66 Euro) vom Verkäufer der Option (allgemein: Stillhalter, hier Sparkasse Gummersbach) zu erwerben. Da Herr Klocke unabhängig entscheiden kann, ob er von seinem Recht Gebrauch macht, wird er die Option nur ausüben, wenn der Kurs der Aktie der Siemens AG am Fälligkeitstag den Basispreis übersteigt. Er kauft dann die Aktie zum Basispreis um sie sofort zum höheren Kurs wieder zu verkaufen.

Das Auszahlungsprofil P(K) dieser Option sieht in Abhängigkeit vom Kurs K der Siemensaktie wie folgt aus:

P(K) = max (0, K-66)

oder unter Berücksichtigung der gezahlten Prämie

P(K) = max (0, K-66) - 3

Wie man leicht sieht erreicht Herr Klocke den "Break Even" bei einem Kurs von 69 Euro, d.h. hier ist der Gewinn durch Ausübung der Option genau so groß wie die gezahlte Prämie. Bei höheren Kursen ist Herr Klocke "im Plus", bei niedrigeren Kursen die Sparkasse Gummersbach.

Der dargestellte Sachverhalt wird bei der Verwendung mehrerer Optionen oder anderer Derivattypen etwas komplizierter.

Grafisches Beispiel

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Letzte Änderung: 16.03.2004